Die Dotzauer-Müller-Orgel in der Giessübler Dreifaltigkeitskirche


Foto: Astrid Jahn
Foto: Astrid Jahn

Die Orgel in der Kirche zu Gießübel hat eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich.

Im Jahr 1748 vollendete der Hildburghäuser Orgelbauer Johann Christian Dotzauer den Bau dieser Orgel. Von diesem Werk zeugen noch der Prospekt und einige wenige Pfeifen. (Besonders erwähnenswert sind Holzpfeifen, die im Oberlabiumsbereich bemalt sind und ursprünglich in den beiden Harfenfeldern des Prospektes gestanden haben.)

Fast 100 Jahre später wurde eine umfangreiche Reparatur nötig, von der nur soviel bekannt ist, dass die Kirchgemeinde darauf aufmerksam gemacht wurde, nicht einen „unbekannten Ausländer“, sondern - es sei der „wohl bekannte(n), bewährte(n) und verläßige(n) Orgelbauer Heybach zu Heldburg, der überdieß weniger verlangt, vorzuziehen, ... die Arbeit zu übertragen und mit ihm ein Accord abzuschließen ist, welches dem Kirchenvorstand zu Gießübel hiermit eröffnet wird.“ Die Arbeiten wurden dann auch im Jahre 1840 durch den Heldburger Orgelbauer Laurenz Konrad Adam Heybach ausgeführt. 1848 kam es zu einem Neubau durch Michael Schmidt (Schmiedefeld) im vorhandenen Gehäuse.

Knapp 40 Jahre später begannen Verhandlungen mit Orgelbauer Christoph Leonhard Müller aus dem benachbarten Oberneubrunn über eine erneute Reparatur.

Diese Reparaturarbeiten kamen letztlich einem Orgelneubau gleich, was deutlich aus dem Kostenangebot vom 24. September 1880 hervorgeht. Die Arbeiten wurden 1883 begonnen und im Jahr darauf beendet.

1900 kam es zu einem Pflegevertragsabschluss zwischen dem inzwischen nach Hildburghausen übergesiedelten Orgelbauer Müller und der Kirchgemeinde über jährlich 10 Mark.

1955 baut Rudolf Böhm (Gotha) einen neuen Winderzeuger ein. In den 70er Jahren wurden durch Herrn Sperschneider (Weimar) nicht näher bekannte Arbeiten ausgeführt. 2004 wurde durch Rösel & Hercher der Motor erneuert sowie eine grundlegende Reinigung vorgenommen.

Die Orgelbaufirma Hoffmann und Schindler unterzog die Orgel kürzlich einer gründlichen Restaurierung, so dass sie Ende August 2017 abgenommen werden konnte.

 

Zur Disposition:


1. MANUAL (Hauptwerk) - C1-f'''

 

Principal 8'

Groß Gedackt 16’

Principal 4'

Holzflöte 8’

Klein-Sesquialtera 2fach 1 1/3' 4/5'

Gedackt 4’

Mixtur 4fach 2'

Waldflöte 2’

 

 

2. MANUAL (Hinterwerk) - C1-f'''

 

Principal 2’

Gedackt 8’

Salicional 8’

Zimpel 2fach 1 1/3'

Gemshorn 4’

 


 

TONHÖHE:  435 Hz bei 15°C

 

Tonbuchstaben auf der Pedallade geben an, dass die Orgel von 1748 einen ganzen Ton höher gestimmt gewesen sein muss.

 

PEDALWERK - C1-d'

 

Octavbaß 8’

Subbaß 16'

Choralbaß 4’

 

SPIELHILFEN

Manualkoppel,

Pedalkoppel,

Sperrventil (zum HW)

 

 



Historische Ansicht, Foto: Hartmut Haupt
Historische Ansicht, Foto: Hartmut Haupt