Nikolaus Seeber

Der Orgelbauer, Organist, Komponist und Lehrer

Nikolaus Seeber wurde vermutlich am 11. Januar 1680 in Haina, das zum Fürstentum Sachsen Römhild gehörte, als erstes Kind von Caspar Seeber und Anna Scheibe(n) von Westenfeld, geboren. Getauft wurde er am 12. Januar 1680. Der Vater war der Pachtbauer des fürstlichen Hofes.

Nach dem Schulbesuch in Haina, ging er 1691 bis 1695 in die Römhilder Stadtschule. Zusätzlich bekam er Klavierunterricht beim Römhilder Stadtorganisten Johann Günther Harraß. Anschließend wurde Seeber selbst Schuldiener in Schmeheim.

Unter der Anleitung des Themarer Orgelbauers Johann Schröder, der zu dieser Zeit eine neue Orgel in die Schmeheimer Kirche einbaute, erlernte Seeber die ersten Handgriffe des Orgelbaus. Nach dem Tod Schröders ging Seeber als Schreiber nach Themar, 1699 wurde er Stadtorganist. In der Stadtkirche stand eine Orgel von Andreas Weise von 1629. Der Sohn Johann Moritz Weise baute in den Jahren 1680 bis 1682 ein Orgelwerk in die Römhilder Stiftskirche. Auf beiden Instrumenten hat Seeber seinen Organistendienst ausgeübt.

Herzog Heinrich zu Sachsen-Römhild ernannte Nikolaus Seeber zu seinem Hofmusikus und Stadtorganisten, obwohl er oder gerade weil er 1705 einen Ruf nach Amsterdam als Organist erhielt.

Ausschlaggebend für Seebers kompositorische Entwicklung war Johann Philipp Käfers Schaffen. Von Seebers Kompositionen sind zwei Kantatenjahrgänge bekannt, aber nicht erhalten.

Als Johann Philipp Käfer 1708 als Kapellmeister nach Hildburghausen ging, wurde Seeber zusätzlich zum Stadtorganisten auch noch Hoforganist an der Orgel der Schlosskirche, die zur Römhilder Glücksburg gehörte.

Zur Fürstlich Sächsischen Hof- und Stadtorganistenstelle in Römhild war Seeber auch Schuldiener, also Lehrer, an der Lateinischen Stadtschule. Auf diese Weise sicherte er seinen Lebensunterhalt und war so finanziell unabhängig in der Ausführung aller anderen Tätigkeiten.

Nikolaus Seeber war privilegierter Hoforgelmacher. Laut Mattheson baute er 56 Orgeln in der Umgebung von Würzburg, Bamberg, Bayreuth, Hildburghausen, Römhild und Fulda, darunter wohl Neubauten wie auch Reparaturen. Leider sind bis heute noch nicht allzu viele Instrumente aus der Hand Seebers bekannt geworden.

Im Jahr 1724 schnappte ihm der 16 Jahre jüngere Johann Christian Dotzauer einen äußerst lukrativen Auftrag weg, der ihm durch sein Orgelmacherprivileg eigentlich hätte zustehen müssen.

Da nun zwei Orgelbauer das Privileg hatten, kam es 1728 zum Vergleich zwischen Nikolaus Seeber und Johann Christian Dotzauer.

Seeber beschäftigte drei Gesellen in seiner Römhilder Werkstatt, Anfang der 1730er darunter einen Mitarbeiter namens Johann Ernst Döring (1704-1787).

Dieser profilierte sich bei Seeber soweit, dass er in Ostheim eine eigene Werkstatt gründete.

Die Römhilder Organistenstelle bestritt Seeber von 1706 bis 1730, bis zum Tode der Herzogin Maria Elisabeth, die noch die Gottesdienste in der Schlosskirche veranlasste. Danach wurde er noch Organist in Hildburghausen und in Illesheim.

1737 hatte Seeber wieder Streit mit seinem Konkurrenten Johann Christian Dotzauer. Streitobjekt war der Orgelneubau in der Kirche zu Roth, den daraufhin Dotzauer im Jahre 1738 ausführte.

Nikolaus Seeber starb „an der Wassersucht und kaltem Brand“ Anfang April 1739 im Alter von 59 Jahren und wurde am 5. April in Römhild beerdigt.